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Verfahren zur Kanalreinigung – von der Hochdruckspülung bis zur chemischen Reinigung

 

 

Ablagerungen, Fette, Inkrustinationen, Wurzeleinwüchse oder andere Fremdstoffe – die starke Belastung des Kanalnetzes macht regelmäßige Reinigungen erforderlich. Die Rohrreinigung / Kanalreinigung findet mit unterschiedlichen Verfahren statt, je nach Rohrdurchmesser, Art der Ablagerungen/Hindernisse und des allgemeinen Zustands der Kanalanlage. Wir stellen Ihnen im heutigen Beitrag die Verfahren im Detail vor.

 

Warum sind regelmäßige Kanalreinigungen wichtig?

 

 

Alle Stoffe oder Fremdkörper, die im Kanalrohr den reibungslosen Wasserfluss behindern, stellen eine Beeinträchtigung der Betriebssicherheit dar. Im schlimmsten Fall gibt es einen kompletten Kanalverschluss, der teure Schäden im Kanalnetz verursacht.

Doch nicht nur aufgrund der Betriebssicherheit ist eine regelmäßige Kanalreinigung erforderlich. Je höher die Verschmutzung ist, desto mehr werden die Abflusskapazität und die Speicherkapazität beeinflusst. Zudem finden in den Ablagerungen biologische Umsetzungsprozesse statt, durch die Schwefelwasserstoff entsteht, der wiederum zu Schwefelsäurekorrosion führt – eine gefährlich aggressive Reaktion, die starke Beschädigungen an der Anlage verursacht. Ganz abgesehen davon führt die Schwefelwasserstoffbildung zu einer starken Geruchsbelästigung.

 

Kanalreinigungs-Verfahren im Überblick

 

 

Unabhängig davon, welches Verfahren zum Einsatz kommt, steht am Anfang immer die Entfernung nicht verfestigter Ablagerungen. Sie werden zu einem bestimmten Punkt des Kanals transportiert, entnommen, entwässert und entsorgt.

 

1. Das Hochdruckspülverfahren

Das Hochdruckspülverfahren (kurz: HD-Verfahren) wird am häufigsten für die Kanalreinigung eingesetzt. Es ist effizient und beseitigt alle nicht verfestigten Stoffe. Eingesetzt wird das HD-Verfahren bei:

  • vorbereitende Reinigung für eine Kanalinspektion oder vor einer Sanierung
  • Wartungsarbeiten im Kanal

Verfestigte Ablagerungen oder Hindernisse, z.B. Wurzeln, kann die Hochdruckspülung jedoch nicht beseitigen.

 

 

Das Verfahren verläuft wie folgt:

  1. Eine Hochdruckpumpe pumpt Wasser (entnommen aus dem Leitungsnetz) durch einen Schlauch, an dessen Ende sich spezielle Reinigungsdüsen befinden, welche die Wasserstrahlen bündeln. Im ersten Schritt sorgt der Wasserdruck jedoch lediglich dafür, den Schlauch vom Zugang des Schachtes zum Zielschacht zu transportieren.
  2. Der Schlauch wird langsam in Fließrichtung des Abwassers zurückgezogen. Das dabei aus den Düsen mit hohem Druck austretende Wasser erhöht die Fließgeschwindigkeit, was wiederum die Ablagerungen löst und zum Startschacht transportiert.
  3. Die Stoffe werden mit einer Vakuumpumpe abgesaugt.

 

Es gibt verschiedene Düseneinsätze, die je nach Zweck der Reinigung und der Ablagerungsmenge bzw. dem Verschmutzungsgrad ausgewählt werden.

 

 

2. Die Schwallspülung/Stauspülung

Im Gegensatz zum Hochdruckspülverfahren, bei dem ständig Wasser durchgespült wird, wird das Wasser bei der Schwallspülung mit Absperrelementen (z.B. fest eingebauten Spültüren oder Absperrschiebern) aufgestaut. Beim Öffnen der Absperrung, dringt eine große Wassermenge – eben ein Schwall – durch den Kanal, welche die Ablagerungen löst.

Die Schwallspülung ist nur in der Lage, lose Ablagerungen zu beseitigen. Außerdem kann dieses Verfahren nur bei Kanälen mit einem Durchmesser von mehr als DN 500 eingesetzt werden. Bei einem kleineren Durchmesser würde die angestaute Wassermenge nicht genügend Kraft aufbringend, die Sedimente zu lösen.

 

 

3. Die mechanische Kanalreinigung

 

 

Verfestigte Ablagerungen oder Hindernisse erfordern mechanische Verfahren zur Kanalreinigung. Hierbei wird Spezialwerkzeug eingesetzt, worunter Schlaggeräte ebenso fallen wie Fräsgeräte, Schneidgeräte oder Bohrgeräte, eben je nach Art und Umfang der Ablagerungen und Hindernisse. Wichtig bei der Wahl des passenden mechanischen Kanalreinigungs-Werkzeugs ist zudem der Rohrdurchmesser. So sind schlagende Geräte z.B. erst ab einem Durchmesser von DN 200 einsetzbar, drehende Fräsgeräte für Durchmesser von DN 80 bis 600.

 

4. Kanalreinigung mit chemischen oder biologischen Verfahren

 

Die Kanalreinigung ist grundsätzlich auch mit chemischen oder biologischen Verfahren möglich, durch den Umwelteinfluss ist jedoch immer zu prüfen, inwieweit die Mittel umweltverträglich sind.

Sie haben noch Fragen zur Rohrreinigung in und um München? Dann schreiben Sie uns oder rufen Sie uns einfach an und vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

Herzlichst, Ihr Abflussdienst Team aus München.